So bekommst du einen Barcode für dein Produkt

Das Barcode-Bild zu erstellen ist der einfache Teil. Wenn du im Handel oder auf Marktplätzen verkaufen willst, kommt es auf die Nummer darin an.

Was in einem Produkt-Barcode steckt

Der Barcode auf einem Produkt codiert eine Nummer namens GTIN (Global Trade Item Number), meist 13 Ziffern (EAN-13) oder in Nordamerika 12 Ziffern (UPC-A). Die ersten Ziffern bilden das Firmenpräfix, das GS1 einem Unternehmen zuteilt; die folgenden kennzeichnen das Produkt, und die letzte ist die Prüfziffer.

Ein EAN-13-Barcode mit markiertem Firmenpräfix, Artikelnummer und Prüfziffer.5901234123457Firmenpräfixvon GS1Artikelnummerfrei wählbarPrüfzifferberechnet
Aufbau einer EAN-13-Nummer. Wie viele Stellen das Firmenpräfix hat, hängt davon ab, wie viele Artikelnummern die Firma bei GS1 erworben hat.

Firmenpräfixe werden weltweit von GS1 verwaltet, einer gemeinnützigen Organisation mit Niederlassungen in den meisten Ländern (GS1 Germany, GS1 Austria, GS1 Switzerland usw.). So bleibt jede Nummer in jedem Geschäft der Welt eindeutig.

Brauchst du GS1-Nummern?

  • Ja, wenn du über Handelsketten, Supermärkte, Apotheken oder Marktplätze wie Amazon verkaufst. Sie erwarten Nummern, die auf dein Unternehmen registriert sind.
  • Nein bei Barcodes, die nur innerhalb deines Unternehmens verwendet werden: Lagerbestand, Regale, Inventar, Dokumente, das Kassensystem eines kleinen Ladens. Verwende eigene Nummern (zum Beispiel mit Code 128) oder EAN-Nummern, die mit 20–29 beginnen und für den internen Gebrauch reserviert sind.

So bekommst du GS1-Nummern, Schritt für Schritt

  1. Wende dich an die GS1-Organisation in deinem Land und beantrage die Teilnahme. Die Gebühr hängt meist vom Umsatz und von der Anzahl der benötigten Nummern ab.
  2. Du erhältst ein Firmenpräfix, das dir einen Nummernkreis gibt (zum Beispiel für 10, 100 oder 1.000 Produkte).
  3. Vergib für jede Produktvariante eine eigene Nummer und führe eine Liste, welche Nummer zu welchem Produkt gehört. Vergib eine Nummer nie erneut für ein anderes Produkt.
  4. Hinterlege die Produktdaten (Name, Marke, Größe, Bild) im System von GS1, wenn deine Händler das verlangen.
  5. Erstelle die Barcode-Bilder. Gib die 12 Ziffern in den EAN-13-Generator ein (oder 11 in den UPC-Generator); die Prüfziffer wird automatisch ergänzt. Lade sie als SVG für dein Verpackungsdesign herunter.
  6. Mach einen Probedruck in der endgültigen Größe und scanne ihn mit einer Handy-App und, wenn möglich, mit einem Kassenscanner.

Den Barcode auf die Verpackung drucken

  • Halte dich an 80–200 % der Standardgröße (bei 100 % etwa 37 × 26 mm) und lass links und rechts Weißraum.
  • Schwarze Balken auf weißem Grund sind am sichersten. Rote Balken sind für viele Scanner unsichtbar.
  • Vermeide Nähte, Falzkanten und stark gewölbte Flächen.

Viele Produkte auf einmal? Erstelle alle Barcodes aus einer Tabelle mit dem Generator für viele Codes (trage in die Typ-Spalte ean13 ein).

Du ergänzt oder prüfst viele Nummern auf einmal? Nutze den Prüfziffer-Rechner.

Häufige Fragen

Kann ich mir eine EAN-13-Nummer einfach ausdenken?

Technisch ist der Barcode lesbar, aber Händler und Marktplätze prüfen, ob die Nummer deinem Unternehmen gehört. Eine ausgedachte Nummer kann mit dem Produkt eines anderen kollidieren. Für den Handel verwendest du GS1-Nummern.

Sind günstige Barcodes von Wiederverkäufern in Ordnung?

Das ist riskant. Weiterverkaufte Nummern sind auf ein anderes Unternehmen registriert. Viele Händler und Amazon gleichen Artikelnummern mit der GS1-Datenbank ab und können nicht passende Produkte ablehnen oder entfernen.

Ich brauche Barcodes nur für mein eigenes Lager. Brauche ich GS1-Nummern?

Nein. Für Lagerverwaltung, Inventaretiketten und den internen Gebrauch reicht jede beliebige Nummerierung; üblich ist Code 128. EAN-Nummern, die mit 20–29 beginnen, sind für den internen Gebrauch im Geschäft reserviert und kollidieren nicht mit Handelsprodukten.

Braucht jede Variante einen eigenen Barcode?

Ja. Jede Größe, Farbe, Geschmacksrichtung oder Packungsgröße, die als eigener Artikel verkauft wird, braucht eine eigene Nummer (GTIN).